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buntkicktgut Legende – Murat Traoré

 

„Du bist das Patenkind von Jérôme Boateng“


 

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buntkicker: Bei buntkicktgut kennt dich jeder. Aber stell‘ dich doch bitte nochmal kurz vor, für die Wenigen, die dich nicht kennen.

Murat Traoré: Servus. Ich bin Murat. Mit acht Jahren habe ich angefangen, bei buntkicktgut zu spielen. Ich spielte für SoccaBonito, Westend Tigers, Marseille, Harras Bulls und aktuell für die Westend United 39. Von 2010 bis 2018 war ich der Trainer der Harras Boys und Harras Bulls und leitete das Auswahltraining der U11 und U13.

Welche Bedeutung hat buntkicktgut für dich?

Buntkicktgut ist für mich Familie! Es gab sowohl Höhen als auch Tiefen, auf und neben dem Platz. Rudi und das buntkicktgut-Team waren immer für mich da. Das werde ich nie vergessen.

Welche guten Erinnerungen hast du an buntkicktgut?

Ich erinnere mich immer gerne daran, dass ich mit den Harras Boys und Harras Bulls alle Titel gewann, auch als Spieler. (grinst) Die wohl beste Erinnerung ist aber, dass ich fürs „Team Germany“  in der Allianz Arena beim World Final auflaufen durfte. Der FC Bayern Youth Cup 2012 war für mich das Beste, was ich je erlebte als aktiver Spieler. Ich kann mich noch ganz gut daran erinnern, als Dawor, unser Auswahltrainer, beim German Final zu Paul Breitner sagte: „Schau jetzt ganz genau hin!“

Warum?

Das Team  Blackstars hatte gerade einen Elfmeter, ich war im Tor. Gegen Mike. Mit Absicht ging ich einen Schritt nach rechts und spekulierte so darauf, dass er in die linke Ecke schießen würde, was dann auch geschah und ich konnte halten. Danach rief mich Paul Breitner zu sich, ich weiß noch genau was er mir zuflüsterte: „Sie sind doch die Nummer 19, richtig?“ Ich bejahte, darauf meinte er: „Bitte behalte das für dich: du bist dabei!“.


 

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Wow!

Ich konnte es nicht glauben und musste bis zur Siegerehrung cool bleiben. Das Turnier an sich war etwas enttäuschend, wir hatten wenig Glück, einer unserer Spieler brach sich das Bein und wir wurden vierter von fünf. Dafür waren die Übernachtungen göttlich witzig, man war jeden Abend zusammen, machte Dummheiten und sprach nur von dem Tag, an dem das World Final endlich losging. Es war eine tolle Zeit, das Trainer Team war fantastisch und die Spieler sowieso. Mit denen habe ich heute noch Kontakt.

Welche schlechte Erinnerung hast du an buntkicktgut?

Meine schlechten Erfahrungen waren die Auseinandersetzungen mit anderen Spieler und Teams nach dem Spiel oder auf dem Spielfeld. Wir hatten einen Spieltag an der Siegenburgerstraße beim Audi Dome, wir standen im Endspiel und führten sogar mit 4:1. Als Jacob Avadra von einem Spieler umgegrätscht wurde und gegen den Pfosten flog. Da sah ich nur noch rot und wollte dem Spieler das Gleiche antun. Kurz vor Schluss grätschte ich ihn mit einer Blutgrätsche um, er flog und schrie so laut, dass ich wirklich dachte, ich hätte sein Schienbein gebrochen. Es kam zur Schlägerei und zum Spielabbruch.

Auf den Bolzplätzen gehen schon mal die Emotionen hoch.

Auf jeden Fall. Normal. Aber wenn ich dieses Spiel beziehungsweise diese Aktion rückgängig machen könnte, würde ich es tun. Ich war damals sehr jung und hatte einige Probleme mit aggressivem Verhalten, was mir und meiner Mannschaft letztendlich schadete. Die Folgen waren jedes Mal einen Brief an den Liga-Rat schreiben. Einmal musste ich lange pausieren. Dann musste ich beim Spieltag aushelfen. Diese Konsequenzen halfen mir über mein Verhalten nachzudenken. Zumal ich ja auch noch Kapitän von unserem Team war. Später wurde ich selbst Street Football Worker und konnte mit eigenen Augen und etwas Distanz sehen, dass aggressives Verhalten nicht gut ist. Mit Gewalt kann man keine Konflikte lösen.

Spieler, Street Football Worker, Trainer und lebende Legende – hört sich insgesamt nach einer tollen Zeit für dich an?

Ich konnte durch buntkicktgut aus meinen Fehlern lernen und habe auch immer wieder eine Chance bekommen, wurde nicht fallen gelassen. Und ich konnte genau das tun, was mir richtig Spaß machte – Fußball spielen. Mein Ziel war es immer dabei, die Spieler und Spielerinnen spielerisch wie auch charakterlich zu fordern und fördern. Jeden Freitag am Spieltag und jeden Sonntag auf dem Trainingsplatz. buntkicktgut ist ein Ort, wo man sich fern vom Fußballverein mit seinen Freunden, Bekannten oder Geschwistern auf dem Spielfeld battlen konnte. Die Zeit war fantastisch. Werde ich nie vergessen.

Auf einem unserer buntkicker-Magazine bist du auf dem Cover mit Jérôme Boateng. Was hat es damit auf sich?

Der Rudi rief mich einmal einfach ins Büro und meinte, er habe eine Überraschung für mich. Anfangs dachte ich mir nichts dabei. Er sagte: „Du bist das Patenkind von Jérôme Boateng.“ Ich musste richtig lachen und machte mich darüber lustig, schließlich ist Papa Rudi für seine Witze bekannt. Als er mir dann aber die Infos zeigte, war klar, er meint es ernst. Ich freute mich riesig und rief gleich meinen besten Freund Cheikh an. Als wir unser Idol dann treffen sollten, nahm ich ihn natürlich mit.

Was lief dann?  

Zusammen gestalteten wir ein T-Shirt, dachten uns dafür ein Design und Motto aus. Ein paar Wochen später kam er dann in die IG Feuerwache mit seinem Audi TT, wir gaben eine Menge Interviews und zeigten das T-Shirt, welches wir zusammen gestaltet hatten. Anschließend gab er mir noch ein Trikot von sich mit seiner Unterschrift darauf und fuhr mich und Cheikh nach Hause.


 

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Hast du noch eine schöne Geschichte auf Lager?

Eines Tages hatten wir an einem Freitag einen U15-Spieltag am Hasenbergl. Henoc, Dion, Mohammed, Yigit Ali, Mohammed Ali, Voller und Jamal waren an dem Tag dabei. Die Jungs waren alle schon fertig umgezogen in den gelb-grünen Harras-Trikots. Mohammed Turkmani, der heute Referee und aktiver Spieler in der Ü17 Liga ist, war damals unser Torwart und noch nicht fertig, also sagte ich zu ihm: „Bitte beeil dich! Die Turnierleitung und die Teams warten auf uns!“ Wir waren wie immer 15 Minuten zu spät da. (lacht) Doch Momo stand einfach da und meinte nur: „Murat, wir haben ein Problem…“. Weil er so ewig gebraucht hatte, rief ich mit einer etwas lauten Stimme: „Was ist denn los!?“ Er antwortete: „Meine Mama hat mir unsere Ofenhandschuhe eingepackt statt die Torwarthandschuhe…“

Was wünscht du dir für buntkicktgut in der Zukunft?

buntkicktgut macht eine herausragende Arbeit für Kinder und Jugendliche. Man sollte jedoch noch mehr Input in die Ladies-Liga stecken. Vielleicht auch eine Mädchen-Auswahlmannschaft gründen.

Interview: Leonardo

© 2012 buntkicktgut

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